One Month

18. November 2019 – Mein Handy schickt mir eine Benachrichtigung von unserem Sim-Anbieter: Danke, dass Sie seit einem Monat „Optus“ nutzen. Bitte laden Sie Ihr Konto umgehend auf.“ Ich bin also wirklich schon seit 4 Wochen hier und hab das nicht alles nur geträumt. Es kommt mir gar nicht so lange vor, aber wenn ich daran denke, wann ich mich von meinen Eltern verabschiedet habe, erscheint es mir, als wäre schon ein Jahr vergangen.
Melbourne empfing uns mit weniger gutem Wetter, dafür mit mehr freundlichen Menschen.
Ich habe mit Jetlag gekämpft; mit 9 fremden Menschen ein Zimmer geteilt, mit weiteren 15 ein Badezimmer; ich freue mich über Tage an denen ich $0 ausgebe; ich habe mein allererstes Auto gekauft; ich bin bei Menschen eingezogen, die mir das Gefühl geben, zu Hause bei meiner Familie zu sein; ich bin mit einer Fremden in die Fremde aufgebrochen, jetzt ich teile mit ihr das Bad, das Bett, die Bettdecke…, meine Gedanken – Leo ist jetzt meine Freundin geworden.
Nun verlief unser Start etwas anders als erwartet, aus dem Grund haben wir unseren Rückflug storniert. Wir wollen noch ein bisschen länger bleiben und das wissen wir jetzt schon. Ich bin gespannt auf das, was jetzt kommt und kann es eigentlich kaum erwarten, damit anzufangen.
Jedenfalls geht es mir gut und ich bin noch die alte, vielleicht ein bisschen geiziger und vielleicht dusche ich nicht mehr so oft, aber Leo und ich müssen uns ja nur gegenseitig ertragen. Manchmal stinken wir uns an.
Ich denke auch oft an zu Hause, beziehungsweise wie mein Leben sein wird, wenn ich wieder da bin, ob ich irgendwas anders machen werde oder ob ich irgendwas verpasst habe. Auf jeden Fall würde ich gerne nen Döner essen und Spaghetti Bolognese. Und Lasagne. Und saure Eier. Und Schnitzel. Und Gulasch. Oder Happy Hippo oder Choco Fresh. Okay Schluss jetzt, ich krieg echt Hunger. Aber bitte schickt mir jetzt keine Bilder, wenn ihr sowas grad mal esst!
Das sind jedoch nur kleine Wehwehchen, die man wahrscheinlich hat, aber damit kann ich leben.

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