16. Dezember 2019

16. Dezember 2019 – Wir wollen´s wissen: Wie ist es auf einer australischen Farm zu leben?
Da unser Geldbeutel sowieso immer kleiner wird, ist es nun auch an der Zeit für eine Weile Geld zu sparen.
Ein weiterer Grund ist, dass am Pool sitzen und Nichtstun langsam langweilig wird.
Im Internet habe ich letzte Woche die Anzeige von Tianie und ihrer Familie gefunden – sie brauchen Hilfe in ihrem Garten sowie im Haushalt und bieten dafür einen kostenlosen Schlafplatz und Verpflegung an. Nach einer positiven Antwort auf unsere Bewerbung setzen wir uns 14:30 Uhr ins Auto und fahren 3h Richtung Süden. Auf unserem Weg liegt ein Gebiet, in dem es gestern gebrannt hat. Dicke Rauchschwaden ziehen über die Straße, die Luft ist heiß und dick. Die Erde wird röter und trockener, die Autos weniger. Wir fahren Richtung Outback. Nach der Stadt „Arthur River“, die wieder nur aus einer Tankstelle zu bestehen scheint, haben wir keinen Empfang mehr. Die letzte Nachricht, die wir von unserer Gastmutter bekommen, lautet: „Ich werde später als ihr da sein. Der Hund heißt Jenna.“ Aha.
Tianie hat uns auch schon gewarnt, dass Google Maps nicht den richtigen Weg finden würde. Also fahren wir nach ihrer Beschreibung: „Bleibt ca. 50km auf der Straße, dann kommt ein Schild. 1km nach diesem Schild nehmt ihr die erste Abbiegung auf der rechten Seite. Es ist eine 3km lange Schotterstraße, fahrt vorsichtig.“ Die erste und vermutlich einzige Abbiegung in dieser Gegend…
Am Haus angekommen, setzen wir uns in den Garten, denn auch, wenn die Häuser in Australien meistens nicht abgeschlossen sind, widerstrebt es uns einfach hineinzugehen.
Kurz darauf kommt Tianie an. Eine kleine, süße Frau mit einem herzlichen Lachen. Sie zeigt uns das Haus, den Garten und den Raum in dem wir vorerst schlafen werden. Die anderen Familienmitglieder sind noch mit dem Mähen der Felder beschäftigt und werden erst spät in der Nacht nach Hause kommen.
Zufrieden gehen wir nach einer Portion Pasta in unser Schlafzimmer. Hier wollen wir allerdings nicht lange bleiben, da durch die Wände Raupen in das Zimmer gekrabbelt sind und an den Decken Spinnen und co. auf uns warten. Das ganze bei 40°+. Diese Nacht schlafen wir nochmal im Auto. 

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