27. November 2019 (345 km) –
Wir fahren zum Farm Beach. Der heißt so, weil der Strand eine Straße
ist: Die Leute fahren mit ihren Traktoren ihre Boote ins Wasser.
Wir
fahren nach Navi und sind guter Dinge bis wir auf einmal auf eine
kleine Schotterstraße abbiegen müssen. Mehrmals kontrollieren wir
ob wir jetzt richtig sind und fragen sogar eine Frau. Alles easy, wie
immer, also los. Und tatsächlich: nach 10 holprigen Minuten
erreichen wir den Strand.
Nachdem
wir das Auto auf dem nahegelegenen Campingplatz abgestellt haben,
verbringen wir den restlichen Tag am Strand.
28.
November 2019 (110 km) – Die letzte Nacht haben wir schlecht
geschlafen. Ich bin ständig durchgefroren oder verschwitzt
aufgewacht. Aus den Halsschmerzen, die ich seit ein paar Tagen mit
mir rumtrage, ist wohl eine kleine Erkältung geworden.
Trotzdem
lassen wir uns davon nicht unterkriegen und fahren zum Greenly Beach.
Wieder über eine Schotterstraße, langsam gewöhnen wir uns dran.
Den
Strand kann man kaum beschreiben – kilometerlange Einsamkeit
zwischen Dünen und türkisblauen Wasser. Feiner Sand und weit und
breit keine Menschen.
Wir
spazieren am Wasser entlang zu einer Art Bucht aus Steinen. Dort
machen wir Mittagspicknick. Irgendwann stellt Leo fest, dass sie ihre
Schuhe während unseren Spaziergangs abgestellt und vergessen hat.
Zum Glück gibt es hier niemanden, der sie klauen könnte, also
sammeln wir sie auf dem Rückweg wieder ein.
Leider
lässt mich die Erkältung doch nicht so kalt wie erst geplant und so
fahren wir eine Stunde lang zurück in die nächst größere Stadt
und decken uns dort mit Tabletten ein. Aus dem Supermarkt, nicht von
der Straße.
Wir
fahren auf einen Campingplatz in der Nähe, waschen dort noch unsere
Wäsche und duschen mal wieder warm. Danach gehen bei mir auch schon
die Lichter aus. Empfang haben wir hier keinen.
29.
November 2019 (315 km) – Mir geht’s wieder besser, doch das
Wetter verdirbt uns den Start in den Tag: Es regnet.
Ich
suche im Regen Klamotten für den Tag raus und bin so das erste Mal
durchgeweicht.
Wir
gehen duschen, ziehen uns um, suchen das Zeug, das wir zum
Frühstücken brauchen und sind wieder durchgeweicht.
Wir
nehmen unsere Wäsche ab, die natürlich dreckiger und feuchter ist
als vorher und werden wieder nass.
Wir
räumen notdürftig das Auto ein (wir schmeißen alles rein) und
füllen den Wasserkanister auf – komplett durchnässt fahren wir
los und schalten zum ersten Mal die Heizung in unserem Auto an.
So
haben wir uns das nicht vorgestellt!
Den
ersten Stopp auf der Strecke machen wir an den Talia Caves. Das sind
Höhlen und natürliche Pools, die das Wasser in den Stein
geschliffen hat. Dabei stelle ich fest, dass ich wirklich sehr klein
bin.
Die
Woolshed Cave können wir uns leider nicht ansehen, die ist
eingestürzt.
Heutiger
Schlafplatz ist ein Ort mit 18 Einwohnern. 7/18 haben wir sogar
gesehen: Die Frau im Tante Emmaladen, ihre Tochter, ein Junge, der
sich Kaffee gekauft hat, den Mechaniker, bei dem wir eine Tür ölen
ließen, zwei Leute bei ihm auf dem Parkplatz und den Kontrolleur vom
Campingplatz. Der Rest ist vermutlich noch auf dem Heimweg von der 60
km entfernten Schule oder von Arbeit gewesen. Anders gesagt: Hier
leben mehr Vögel als Menschen.
30.
November 2019 (390 km) – Wir starten den Tag mit Aufräumen und
sauber machen, denn durch den verregneten gestrigen Tag ist alles eingesaut. Das komplette Auto wird ausgeräumt, die
Decken und das Laken aufgehangen, in der Hoffnung, dass sie dann
nicht mehr so klamm sind. Wir kehren, räumen auf und um, waschen ab
und schließlich fahren wir frisch geduscht los.
Erster
Stopp Ceduna – wir tanken voll und waschen unsere Wäsche nochmal –
unser Trip ins Outback kann losgehen.
Viel
kann man dazu nicht sagen: Eine einzige, lange, gerade Straße,
rechts und links Steppe, kein Empfang.
Wir
halten in Nullabor hinter einer Tankstelle.
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| Zum Glück gibt es im Outback Zebrastreifen, bei dem Verkehr kommt man ja sonst gorne rüber. |
1. Dezember 2019 (810 km) – Wir fahren und fahren und fahren und fahren. Angucken braucht man sich hier nichts. Mittlerweile sind wir sogar wieder in einer anderen Zeitzone: Nur noch 7h zu Deutschland.
Hin
und wieder überholen wir ein paar Roadtrains, einmal die Stunde ein
Auto. Dann grüßen wir uns gegenseitig. Ansonsten Steppe. Manchmal
sogar ein bisschen langweilig. Nullaboring sozusagen.
Unser
heutiger Campingplatz liegt abseits des Highways, zwischen ein paar
Hügeln mitten in der Wüste. Es gibt aber warmes Wasser.
2.
Dezember 2019 (310 km) – Wir haben die Einöde satt und wollen
wieder unter Menschen – auf geht’s nach Esperance.
1400 km auf längsten, geraden Straße Australiens liegen hinter uns. Wir haben das Nullabor Plain passiert.
In Esperance machen wir erstmal Halt bei McDonalds.
Wir
fahren zum Blue Heaven Beach, zum Salmon Beach und zum Twillight
Beach, wo wir eine Hochzeit beobachten. Traumhaft.
Auf
dem Campingplatz quartieren wir uns für zwei Nächte ein.












Ich probiere es ein weiteres Mal mit einem Kommentar. Die Bilder sind klasse. An die ausgedehnten Fahrstrecken muss man sich sicherlich erst gewöhnen. Wie sieht es da mit Tankstellen aus? Passt in den vermeintlich menschenleeren Gegenden auf euch auf. LG sombki
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