Geraldton

17. Januar 2020 (430km) – Es geht wieder auf die Road, unsere Reise geht weiter. Unser erstes Ziel ist Geraldton.
Zusammen mit Lachie und Marshall, die extra 600km fahren, um das Wochenende nochmal mit uns zu verbringen, starten wir Richtung Norden.
Die Landschaft wird trockener und sandiger. Riesige Dünen erheben sich am Horizont. Zu AC/DC düsen wir durch die Einsamkeit.
Auf der Hälfte der Strecke müssen die Jungs anhalten, weil Lachie schlimme Zahnschmerzen hat. Zum Glück ist es in Australien kein Problem sofort einen Termin bei einem fremden Zahnarzt zu bekommen.
Leo und ich fahren schon mal weiter, weil wir uns noch Cervantes ansehen wollen. Doch dort bleiben wir nicht lange, es regnet und windet – eine eklige Kombination.
Auf unserer weiteren Fahrt werden wir von der Polizei angehalten. Leo und ich werden gleich nervös. Nicht, dass wir was zu verbergen haben, aber es ist einfach ein ungutes Gefühl. Es stellt sich raus, dass es sich nur um einen Alkoholtest handelt. Das ähnelt einem Drive Thru: Wie das Auto vor uns werden wir rausgewunken, halte an, Fenster runter, guten Tag einmal pusten, danke und tschüss. Fertig.
Nach einer weiteren halben Stunde erreichen wir Geraldton. Erster Eindruck: Viele teure Butzen, wie Leo sagt. Damit meint sie die ganzen teuren Villen.
Der Campingplatz liegt etwas abseits, was ich ganz toll finde, die Jungs eher unschön. Sie wollen grünes Gras und eine Klimaanlage. Hier werden wir wohl bloß eine Nacht bleiben.
Nach dem Abendbrot (Reis mit Gemüse und Hühnchen) sehen wir uns die Sterne an. Das geht am besten, wenn man mit einer Flasche Wein im Pool sitzt. Nach 3h sind wir alle so aufgeweicht, dass wir den Pool verlassen müssen.
Wir beenden den Tag mit einem Horrorfilm, den wir in unserem Auto schauen.



18. Januar 2020 – Lachies Zahnschmerzen sind schlimmer geworden. Gleich früh am Morgen muss Marshall ihn ins Krankenhaus fahren.
Ich wache schon vor 8 auf, weil es im Auto viel zu warm ist und dann pappen unsere Pancakes so sehr in der Pfanne an, dass wir sie halb roh essen und in Karamellsauce ertränken. Kaffee gibt es auch keinen. Ein bisschen frustriert verlassen wir den Campingplatz und besorgen uns etwas ordentliches zu essen bei McDoof.
Gut gestärkt geht es an den Back Beach, wo Leo und ich uns in die Wellen schmeißen. Ich transportiere den halben Strand in meiner Badehose zu unserem neuen Schlafplatz: Ein Ferienhaus mit Pool und nur 250m Entfernung zum Strand.
Wir schnappen uns die Buggyboards und marschieren los. Leider hat uns niemand gesagt, dass der Strand voller Seegras ist und der Wind uns ein brutales Sandpeeling beschert. Mit Strand reicht es uns für heute. Aber dafür haben wir ja den Pool. Ich belese mich mit neuestem Klatsch&Tratsch über die Royals und Leo hält ein Nickerchen.
Abends kocht Marschall für uns, das heißt es gibt Steak. Und zwar blutig. Ich kann mich wirklich nicht so gut mit dem australischen Barbecue anfreunden: Ich vermisse zartes Fleisch, eine gute Marinade und irgendwas dazu. Baguette, Salat oder bloß ein Toast. Aber Fleisch mit Fleisch ist nicht meins. Die Hälfte schneide ich sowieso immer weg, weil es mich anwidert auf irgendwelchen Knorpeln und Sehnen rumzukauen, aber Marshall sagt: „So mögen das richtige australische Männer“. Lachie schaut mich an und schüttelt nur lachend mit dem Kopf.
Mit Wein und Bier spielen wir dann noch Karten bis spät in die Nacht.
Auch heute schauen wir zu dritt einen Horrorfilm und bepissen uns fast vor Angst als auf einmal die Tür aufgeht. Es ist allerdings nur Lachie, der sich jetzt fast vor Lachen bepisst.


Pancakes waren nicht so premium...


19. Januar 2020 – Wir schlafen bis um 11 aus. Nach dem Frühstück machen wir einen Tagesausflug an den Horrocks Beach. Die Strömung ist durch den Wind allerdings so stark, dass wir nur paar mal vom Steg ins Wasser springen und dann wieder zurück fahren.
Gegen Abend verlassen uns Lachie und Marshall, sie wollen den Rückweg nicht in einem Stück fahren, sondern einen Zwischenstopp in Perth machen.
So haben wir den Bungalo ganz für uns alleine. Es gibt nochmal lecker Abendbrot und dann schauen wir noch einen Film.


Abendbrot war schon eher premium!!

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