Pemberton

07. Februar 2020 (175 km) – Es heißt mal wieder Abschied nehmen, aber nur von den anderen Backpackern, nicht von Lachie, der begleitet uns noch zu unserem heutigen Ziel: Pemberton.
Wir entfernen uns immer mehr von den trockenen, gelben Stoppelfeldern und bald empfangen uns riesige, grüne Wälder.
Auf dem Campingplatz lassen wir den Caddy zurück und steigen zu Lachie in den Ranger. Was wir jetzt vorhaben ist nämlich nichts für unser Autolein: Es geht in die Yeagerup Dunes, die größten Sanddünen der südlichen Hemisphäre. Zuerst fahren wir ein Stück durch einen mächtigen Wald, dann geht es zackig einen Hügel rauf, wir werden ordentlich durchgeschüttelt und schon können wir mit Begeisterung die riesigen Massen an Sand bestaunen. Es erinnert mich fast ein bisschen an ein Skigebiet in Österreich, so weiß strahlt die Gegend.
Mit Allradantrieb querfeldein durch die Walachei zu fahren, ist für mich immer noch etwas total Neues und irgendwie beängstigendes. Als erstes kommt da in mir der Deutsche durch, der sich um das Auto sorgt und dann die deutsche Muschi, die vor allem Schiss hat. Ich sitze also im Auto wie meine Mutter, wenn sie bei mir mitfährt: Eine Hand am Gurt die andere festgekrallt am Türgriff.
Wir düsen und rutschen über die Dünen. Auf der höchsten steigen wir aus. Wind peitscht mir den Sand gegen die Haut und die Augen. Aber für den Anblick lohnt sich alles.
Leo und ich holen die Buggy Boards aus dem Auto und rutschen auf dem Bauch die Düne runter. Einmal müssen wir sie wieder hoch krabbeln, beim nächsten Mal holt uns Lachie mit dem Auto.
Nach einer Weile habe ich genug Sand in meinen Schuhen und in meinen Klamotten, um im Auto eine eigene kleine Wüste zu erschaffen. Also machen wir uns auf Richtung Strand.
Weit und breit keine Menschenseele und ich meine schon, dass wir nicht auf diesem Weg an den Strand kommen, doch Lachie versichert mir, dass die „Straße“ heute in absolut gutem Zustand ist. Too easy! Und tatsächlich, nach einer kleinen Ewigkeit kommen wir am Strand an.
Baden können wir leider nicht, da die Strömung zu stark ist, aber es gibt einen Fluss ein paar Meter weiter in dem wir uns ein bisschen treiben lassen.
Irgendwann fahren wir zurück zum Campingplatz, sitzen biss spät in die Nacht zusammen bis Lachie nach Hause fahren muss. Aber bald sehen wir uns ja wieder!






 



08. Februar 2020 – Leo und ich schlafen aus. Es ist die erste Nacht seit langem, in der wir in der Nacht gefroren haben.
Nach einem ausgiebigem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Gloucester Tree. Das ist ein 58m hoher Baum, der früher als Feuer-Lookout diente. Noch immer sind kreisförmig um den Baum herum Metallstreben montiert, über die man den Baum erklimmen kann. Kurz zögern wir, ob das ganze ohne Sicherung nicht zu gefährlich ist, also beobachten wir die Leute, die nach oben und unten kriechen. Sieht easy aus, also los!
Ganz langsam bewegen wir uns vorwärts zur Baumkrone, nach unten schauen ist absolut keine gute Idee.
Nach einer Weile ist es geschafft und wir genießen die Aussicht bis sich auf einmal zwei Mädels in unserem Alter zu uns gesellen. „Hallo“ ist das Erste, was sie sagen. Na klar, Deutsche, was sonst. Wir unterhalten uns 58m über dem Boden über unsere bisherigen Erlebnisse in Australien und schon ist beschlossen, dass wir auch noch den Abend zusammen verbringen werden.
Wir klettern zurück auf den Boden verabschieden uns vorerst und Leo und ich laufen die 1,5km zurück zu unserem Auto. Um Geld für Eintritt zu sparen, ist uns nämlich kein Weg zu weit.
Áuf dem Campingplatz essen wir Abendbrot und treffen Hannah und Luca wieder. Wir reden über Gott und die Welt und stellen fest, dass wir dieselbe Reiseroute haben. So ist schnell klar, dass wir noch eine Weile zusammen reisen werden.










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